Drei Schätze
besitzt das seelische System des Menschen:
• Essenz (Jing 精),
• Lebensenergie (Qi 炁,氣) und
• Geist (Shen 神).
Jing ist die essentielle Substanz, in welcher das Leben gründet und es birgt in sich die Phänomene des lebendigen Wandels.
Es kann sich aus seiner Feinheit heraus in materiale Substanzen des Körpers verwandeln, aber auch in das energetisch hochwertigere Qi transformieren. Die Jing-Transformation hat also bi-direktionale Möglichkeiten. So wird Jing auch „Kapital des Lebens“ und „Wurzel der zwei Systeme“ genannt.
Durch Bewegungsübungen wird das Jing aus der aufgenommenen Nahrung und den Energien von Erde und Himmel gezogen und für Körper und Seele verwertbar (动以炼精); so z.B. durch das Taijiquan, das Kongfu, aber auch durch westliche Sportarten.
Mit dem Eintritt der universalen De-Energien in die sichtbaren Gestalten der Welt entsteht das Qi. Das Qi ist der Motor der Lebensaktivitäten und die Treibkraft der Veränderungen aller Dinge. Auch die energetischen Ströme im menschlichen Körper werden Qi genannt.
Die auch im Westen recht populären Übungen des Qi-Gong (气功) dienen dem Raffinieren (d.h. der Trennung und Reinigung) des Qi aus dem Jing (炼精化气). Das zirkulierende Qi des Menschen wird durch die Verwandlung des Jing gestärkt.
Qi wiederum kann sich weiter aufwärts transformieren und das Shen stärken (炼气化神). Shen, so werden die geistigen Wesen im menschlichen Körper genannt, welche die Funktionen der einzelnen Organe leiten. In fortgeschrittenen Stadien der Selbstkultivierung durchbricht der menschliche Geist die zeitlich-räumlichen Beschränkungen, kehrt in die Erfüllung der Leere zurück (炼神还虚) und tritt in die Sphäre des Dao ein.
Der Weg der Lebenspflege, den Laozi (Laotse) vor 2500 Jahren wies, beinhaltet also nicht nur die Beschreibung der Welt aus der Sicht des Dao, sondern hinterlässt dem Menschen eine Anleitung, um zum Ursprung zurückzufinden.